Aus-/Weiterbildung / Kunststofftechnologe

Kunststofftechnologe / Berufsbeschreibung

Kunststoffe sind in unserem Alltag immer selbstverständlicher. Beispiel Auto: Rund ein viertel seiner Bestandteile ist aus Kunststoff. Kunststoffe Rosten nicht, wiegen wenig und können praktisch in jede Form gebracht werden.

Kunststofftechnologinnen und Kunststofftechnologen sind Fachleute, die wissen, woraus Kunststoffe bestehen, wie man sie verarbeitet und wo man sie einsetzen kann. Die Herstellung von Produkten aus Kunststoff erfolgt auf weitgehend automa- tisierten Anlagen. Ausgebildete Berufsleute können sie einrichten und program- mieren.

Die Kunststofftechnologie wird in fünf Fertigungsbereiche eingeteilt:
Spritzgiessen/Pressen
Extrudieren
Herstellen von Flächengebilden
Herstellen von Verbundteilen
Bearbeiten von Halbzeug/Thermoformen

 

Die fünf Fertigungsbereiche

Spritzgiessen/Pressen
Dies sind die am häufigsten genutzten Verfahren. Beim Spritzgiessen entstehen Einzelteile in grossen Serien von hoher Qualität und Massgenauigkeit, die in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz kommen. Das Pressen ist ein Verfah- ren, bei dem in das Werkzeug gelegtes Kunststoffmaterial unter Druck, Zeit und Temperatur verformt wird und aushärtet.

Extrudieren
Die Herstellung von Produkten in der Extrusionstechnologie beruht auf einem kontinuierlichen Herstellungsverfahren. Vor den Schneckenzylinder wird ein Werk- zeug montiert, das der plastisch austretenden Masse die gewünschte Endlosform gibt. Es werden Glasfaserkabel mit Kunststoff ummantelt, Kunststoffprofile werden mit einer weichen Dichtung zu Kunststofffenstern verarbeitet, extrudierte Platten finden Anwendung als Überdachung von Fussballstadien und unsere Kleidung besteht zum Teil aus "extrudierten" Kunststofffäden.

Herstellen von Flächengebilden
Diese Verfahren (Kalandrieren, Streichen, Beschichten) werden zur Herstellung von Folien und zum Beschichten von Trägerbahnen (wie Gewebe) verwendet. Die so hergestellten Produkte werden für verschiedene Anwendungen weiterverar- beitet. Unter Kalandrieren versteht man das Auswalzen themoplastischer Massen zwischen zwei bzw. mehreren Walzen zu einem endlosen Band. Unter Streichen versteht man, dass die Trägerbahn mit einer Kunststoffmasse bestrichen wird.

Herstellen von Verbundteilen
Diese Verfahren (Faserspritzen, Handlaminieren, Injektionsverfahren) werden zur Herstellung von Mittel- und Grossteilen in einem Werkzeug verwendet. Ihr Einsatz- gebiet ist unermesslich (Zugsfronten, LKW-Spoiler usw.). Das SMC-Verfahren (Heisspressen) eignet sich für grosse Serien und erreicht sehr hohe mechanische Werte.

Bearbeiten von Halbzeug/Thermoformen
Aus Platten, Rohren, Profilen usw. entstehen durch mechanisches Bearbeiten wie Fräsen, Bohren, Drehen sowie durch thermisches Biegen und Fügen mittels ver- schiedenartigen Schweissverfahren montagebereite Bauteile. Fachleute sind da- durch in der Lage, Komponeneten und Anlagen für den Maschinen-, Apparatebau sowie die chemische Verfahrensindustrie herzustellen.

Thermoformen
Thermoformen oder Tiefziehen nennt man die thermische Verformung von Platten- material und Folien zu dreidimensionalen Formteilen. Aus Plattenmaterial entste- hen technische Formteile wie Gehäuse, Verschalungen, Transport- und Lager- schalen etc. Aus Folien werden Verpackungen für Lebensmittel z.B. für Bisquits und Pralinen, Becher für Joghurt und Getränke, oder Blister-Packungen verschie- denster Handelsgüter hergestellt.

 

Ausbildung

Voraussetzungen
Kunststofftechnologen und Kunststofftechnologinnen haben Freude an Mathematik und ein Interesse an Technik und Automation. Sie arbeiten exakt und sorgfältig. Zu- dem arbeiten sie gerne an Maschinen. Für den Besuch des Berufsschulunterrichts wird das mittlere Niveau einer 3-teiligen Oberstufe der Volksschule vorausgesetzt.

Ausbildung
Dauer der Lehre: 4 Jahre

Praktische Ausbildung
Die praktische Ausbildung erfolgt in einem Betrieb der kunststoffverarbeitenden In- dustrie. Sie gliedert sich in "grundlegende Berufsarbeiten" und in "Schwerpunkt- arbeiten", die abhängig sind von den Gegebenheiten des Lehrbetriebes. Die grundlegenden Berufsarbeiten (2 Jahre) beinhalten einen mechanischen und einen fertigungsspezifischen Teil (z.B. Spritzgiessen). Am Ende des 2. Lehrjahres findet eine Teilprüfung statt. Die Schwerpunktarbeiten (weitere 2 Jahre) umfassen fach- spezifische Arbeiten und werden mit einer individuellen praktischen Arbeit abge- schlossen.

Theoretische Ausbildung
An den Berufsfachschulen Aarau und Rapperswil besuchen die Lernenden im 1. -  3. Semester an 2 Tagen und danach an 1 Tag pro Woche den Berufsschulunter- richt. Berufskundliche Fächer sind: Arbeitstechnische Grundlagen (Mathematik, Informatik, Arbeits- und Lerntechnik), Naturwissenschaftliche Grundlagen Physik, Chemie), Technisches Englisch, Werkzeugtechnologie, Zeichnungstechnik, Auto- mation (Elektrotechnik, Elektronik, Steuerungstechnik). Dazu kommen die allge- mein bildenden Fächer Sprache und Kommunikation, Gesellschaft (Recht, Politik, Wirtschaft, Kultur) und Sport.

Berufsmatura
Sehr gute Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, die Berufsmaturitäts- schule (in der Regel am Ort der Berufsschule) zu besuchen und die Berufsmatura zu erlangen. Dies bedeutet aber ein Schultag mehr pro Woche. Die Berufsmatura kann auch erst nach der Lehre erworben werden (Voll- und Teilzeitschulen). Sie berechtigt zum prüfungsfreien Zugang an eine Fachhochschule.

Abschluss
Eidg. Fähigkeitszeugnis "gelernter Kunststofftechnologe", gelernte Kunststofftech- nologin.

Weitere Informationen zum Beruf vom Kunststofftechnologen finden Sie hier



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