Kunststoff Lexikon

Rotationsformen

Rotationsformen ist ein Kunststoff-Bearbeitungsverfahren für Hohlkörper, bei dem eine Schmelze in einem rotierenden Werkzeug an der Wandung erstarrt.


Verfahren
Prinzip des RotationsformensMittels biaxialer Rotation und durch Erwärmung wird in dünnwandigen Hohlkörperformen pulverförmiges Thermoplast Schicht um Schicht an den Innenflächen der Form abgelagert. Dadurch können relativ gleichmäßige Wandstärken von 2-15 mm erreicht werden.

SinterschemaFSP102

 

 

 

 



Prinzip des Rotationsformens                                          Rotationsformanlage

Das Rotationsformen weist gegenüber dem Blas- oder Spritzverfahren folgende Vorteile auf:
kreis04einfache Werkzeuge und niedrige Werkzeugkosten,
kreis04Wirtschaftlichkeit für kleine und mittlere Serien von 20- 2000 Stück / Jahr,
kreis04grosse mögliche Volumina bis 6000 Liter,
kreis04mögliche komplizierte Formgebung mit Öffnungen, durchgehenden Verbin-
  dungen, Gewinden, Einlageteilen usw.,
kreis04gleichmäßige Wandstärken und
kreis04nahtlose Hohlkörper.


Anlagen
Die für das Rotationsformen verwendeten Anlagen lassen sich wie folgt einteilen:

Einzelschussmaschinen, bei denen der gesamte Prozess vom Beschicken der Formen, Vorheizen, Heizen, Kühlen bis zum Ausformen, Schritt für Schritt geschieht. Auch als mehrarmige Karusellanlagen möglich, bei denen das Beschicken und Ausformen gleichzeitig mit dem sich im Ofen befindlichen Träger geschieht. Die Vorteile bei diesen Anlagen liegen in der besseren Ausnutzung der Prozesszeit, nachteilig aber ist die geringere Flexibilität in der Zusammenstellung von verschiedenen Teilegrößen, wie auch der wesentlich erhöhte Platzbedarf.

Rock n‘ Roll- Anlagen sind Einzelschussanlagen, die sich nur in der Hauptachse drehen, in der Nebenachse jedoch nur eine Kippbewegung ausführen. Solche Anlagen werden hauptsächlich für zylindrische, längliche Teile verwendet.

Alle Anlagentypen lassen sich je nach Hersteller mit Infrarot oder mit Gas beheizen. Die Prozessverläufe und Temperaturen sind abhängig von der Teilegeometrie, dem verwendeten Kunststoff, der geforderten Wandstärke und dem Formen-material. Das Kühlen erfolgt meistens mittels Luftgebläsen und unter bestimmten Voraussetzungen auch mit gesprühtem Wassernebel.


Formen zum Rotieren]
Die Erfahrungen beim Rotieren zeigen, dass sich verschiedene Formmaterialien verwenden lassen. Für einfache, kantige Behältnisse werden Formen kostengünstig aus Stahlblech oder Aluminiumblech hergestellt. Für komplizierte, gerundete und geschweifte Formteile werden jedoch die Rotationsformen einfacher in Aluminium gegossen. Die dazu notwendigen Urmodelle können aus Holz, Metall, Kunststoff, Gips oder anderen beliebigen festen Materialien hergestellt sein. Der Formgebung, sowie den Trennlinien sind somit keine Grenzen gesetzt! Idealerweise sollten Rotationsteile gut ab- und ausgerundet sein. Durch das Variieren der Formenwandstärke kann auch die Teilewandstärke beeinflusst werden.

Zum besseren Entformen, aber auch zum Erhalt einer konstanten Teilequalität können die Rotationsformen in verschiedenen Verfahren beschichtet oder behandelt werden. Die dazu verwendeten Silikone oder Kunstharze mit Tefloneinlagerungen werden je nach Anforderung an das Fertigteil ermittelt, aufgesprüht, einmassiert oder eingebrannt.

Sämtliche Formen werden mit Stahlkäfigen für den Maschinenaufbau ausgerüstet, für das rationelle Handling beim Entformen und Beschicken finden spezielle Schnellverschlüsse Anwendung.


Grenzen des Verfahrens
Wie jedes Produtionsverfahren kennt auch das Rotationsformen Verfahrens-grenzen. Das teilweise unberechenbare Schwindungsverhalten kann mit Erfahrung für konstruktive Details in engen Toleranzen gehalten werden. Eng tolerierte Masse von Öffnungen, Gewinden und Ausfräsungen müssen jedoch auf konventionelle Art hergestellt werden.


Kunststoffe für das Rotationsformen
Hauptsächlich finden die Thermoplaste Polyethylen (PE, auch elektrisch leitend) und Polypropylen (PP) Anwendung. Mit speziellen Einrichtungen an den Anlagen lassen sich auch fast alle weiteren Thermoplast-Produkte wie Polyamid (PA), Polycarbonat (PC) und Polystyrol (PS) für das Rotationssintern verwenden. In Ausnahmefällen eignen sich auch wärmehärtende 2-Komponenten-Duroplaste.

Je nach Kunststoff, werden die bekannten Festigkeitswerte erreicht, auch die weiteren mechanischen oder chemischen Merkmale (z.B. UV-Stabilität, Säurebeständigkeiten usw.) bleiben erhalten oder können teilweise bis zu Extremwerten eingestellt werden.

Die meisten Rohmaterialien lassen sich mittels Hochgeschwindigkeitsmisch-anlagen in jedem gewünschten Farbton einfärben (Turboblend). Ein weiteres Einfärbeverfahren (jedoch das teurere) ist das Compoundieren im Extruder. Der höhere Preis ist jedoch durch die bessere Durchmischung, die intensivere Deckkraft und die höheren Festigkeitswerte des Werkstoffes gerechtfertigt.

Die in der Nachbearbeitung anfallenden Materialabschnitte lassen sich in Mühlen fein granulieren und bis zu 30% Anteil der Neuware zumischen. Grössere Mengen Recyclingmaterial (bis zu 100%) darf nur den speziell bezeichneten, nicht hoch belastbaren Regeneratteilen beigemischt werden.


Anwendungen
Überall wo Kunststoffprodukte ausgehend von einem Hohlkörperteil, benötigt werden, kommt dieses Verfahren in Frage. Dieses können Tanks aller Art, Gehäuse für Maschinen, Transportbehälter für empfindliche Güter, Freizeit- und Wassersportartikel, Möbel- und Spielzeugteile, Sicherheitsbehältnisse usw., sein.

Wegen der verhältnismäßig günstigen Formkosten eignet sich das Sinterrotieren besonders auch für kleine Serien.

Quelle: Wikipedia


Kunststoff-Schweiz - Das Kunststoff-Portal für die Schweizer Kunststoff-Industrie

Kunststoff-Schweiz - das Kunststoff-Portal für die Schweizer Kunststoff-Industrie

Startseite

SuchenSuchen


Industrie-Jobs.com

Branchen-Infos

Firmenporträts
Produkte-Nachrichten
Firmenvideos
Produktvideos

 

Messe-Spezials

Fakuma Spezial
K Messe Spezial
Swiss Plastics Spezial

 

Marktplatz

Stellenmarkt
Maschinenbörse
Rohstoffbörse

 

News / Fach-Infos

News-Corner
Messekalender
Messe-News
Quick Produkt-News
Fachartikel

 

Kunststoff Know-how

Kunststoff-Wissen
Kunststoff-Lexikon
Kunststoff-Wörterbuch
Technisches Wörterbuch
Werkstoffgruppen
Liste Kurzzeichen
Kunststoff-Geschichte

 

Services

Aus-/Weiterbildung
Science Guide
Verbände
Mediadaten
Besucherstatistik
Über Kunststoff-Schweiz
Links
Impressum / Kontakt

 

Folgen Sie Kunststoff-Schweiz auf Twitter

Folgen Sie Kunststoff-Schweiz auf Facebook

Folgen Sie Kunststoff-Schweiz auf google+

Treten Sie der Gruppe Kunststoff Schweiz auf XING bei

 

 

Partner-Websites:  Kunststoff-Guide    Kunststoff- Deutschland    Industrie-Schweiz    Schweizer-Verpackung

 

 

 

     

Plasmatreat-Banner_Animation

 

 

 

 

 

 

Der Titel der Seite wird von NetObjects Fusion generiert